FLIEGEN LERNEN

Segelfliegen ist ein wunderschöner und zudem sehr preiswerter Gemeinschaftssport. Bei uns fliegen Leute aus den verschiedensten Berufsgruppen und allen Altersschichten, die Spaß am Fliegen gefunden haben und etwas Engagement mitbringen.

Allgemeines

Die Lizenz zum Führen eines Segelflugzeuges ist der sog. Luftfahrerschein. Man bekommt ihn nach einer gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung durch unsere ehrenamtlich und unentgeltlich tätigen Fluglehrer. Die Flugausbildung gliedert sich in mehrere Abschnitte – von den ersten Ruderbewegungen bis hin zum Überlandflug im einsitzigen Segelflugzeug. Den krönenden Abschluß bildet die staatliche Luftfahrerscheinprüfung. Sie berechtigt zum eigenverantwortlichen Führen eines Segelflugzeugs und zur Mitnahme von Passagieren.

Voraussetzungen

Bevor mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten begonnen werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein Mindestalter von etwa 14 Jahren, abhängig von der persönlichen Entwicklung

  • Die Zustimmung der Erziehungsberechtigten bei Jugendlichen bis 18 Jahren

  • Keine Vorbelastung, sowohl straf- als auch verkehrsrechtlich

  • Körperliche und geistige Gesundheit, bestätigt durch eine fliegerärztliche Untersuchung der Klasse 2 („Medical“)

Während die ersten beiden Voraussetzungen vor Aufnahme der Ausbildung erfüllt sein muss, kann das Medical auch im Laufe der Ausbildung abgelegt werden. Vor dem ersten Alleinflug („A-Prüfung“) muss dieses allerdings zwingend vorliegen. Eine Brille ist im Übrigen in den meisten Fällen kein Problem, zum Teil fliegen bei uns auch Piloten mit 6-7 Dioptrien. Einzelheiten über den notwendigen Papierkram und die fligerärztliche Untersuchung gibt’s bei unseren Ausbildungsleitern.

Kosten

Ist der Segelflugschein teuer? Vermutlich erschwinglicher als du denkst. Hier eine Beispielberechnung mit ungefähren Kosten:

Jugendliche bis
20 Jahre
Erwachsene bis
 26 Jahre in Ausbildung
Erwachsene ab
 21 Jahren
Aufnahmegebühr  75,- € 200,- € 250,- €
Fliegerarzt 150,- € 150,- € 150,- €
Jahresbeitrag 3 x 85,- €  =  255,- € 3 x 110,- €  =  330,- € 3 x 170,- €  =  510,- €
Sportgruppenbeitrag 3 x 310,- €  =  930,- € 3 x 310,- €  =  930,- € 3 x 310,- €  =  930,- €
150 Windenstarts 750,- € 900,- € 900,- €
30 Flugzeugschlepps 510,- € 750,- € 870,- €
Kosten der Segelflugausbildung 2.670,- € 3.260,- € 3.610,- €
Verteilt auf 36 Monate pro Monat etwa 75,- € 90,- € 100,- €

Engagement

In den 3 Jahren verbringt der Flugschüler ca. 60 Tage auf dem Flugplatz, sammelt etwa 50 Flugstunden mit Lehrer und 30 Alleinflugstunden. In der Winterzeit besucht er den Theorie-Lehrgang (samstags in Erlangen) und wirkt in der vereinseigenen Werkstatt mit.

Die angegebene Startzahl stellt einen langjährigen Erfahrungswert dar. Die tatsächliche Startzahl und Ausbildungszeit hängt natürlich auch vom persönlichen Talent des Flugschülers und von dessen Teilnahmebereitschaft am Flugbetrieb ab.

Der Schulungsbetrieb findet an den Wochenenden statt. Zu Pfingsten und im August veranstaltet der Flugsportverein ein zweiwöchiges Ferienfluglager. Der Flugschüler kann hier täglich am Ausbildungsbetrieb teilnehmen und auch seinen Urlaub am Flugplatz verbringen.

Ablauf

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann es mit der eigentlichen Ausbildung losgehen. Bis zur praktischen Luftfahrerprüfung gliedert sich diese in drei Abschnitte, die jeweils mit der A-, B- bzw. C-Prüfung abschließen.

Allgemeines zur Schulung

In der “warmen” Jahreszeit, also etwa von April bis Oktober, findet an jedem Wochenende sowie Feiertags am Hetzleser Berg Flugbetrieb statt. Dann wird etwa von 10 bis 17 Uhr – abhängig vom Wetter – geflogen. Während den Pfingst- und den ersten beiden Wochen der Sommerferien ist das sogenannte “Fluglager”, bei dem viele Vereinsmittglieder ihren Urlaub verbringen. Hier kann die ganze Woche über geflogen werden. Auch Übernachtungen am Flugplatz sind möglich: Entweder im eigenen Zelt oder wahlweise im Vereinsheim bzw. dem Jugendraum (jeweils mit Matratzen und/oder Stockbetten ausgetattet).

In der Winterzeit wird die Theorie besucht (jeweils samstags in unserem Schulungsraum in Erlangen). Darüber hinaus kann der Flugschüler und angehende Scheinpilot seine Fähigkeiten in der Werkstatt unter Beweis stellen.

Die ersten Schritte

Speziell am Anfang werden Flugschüler erst einmal mit der Steuerung des Segelflugzeugs vertraut gemacht – was passiert, wenn ich in die Pedale trete? Wie fliege ich eine Kurve? Im Anschluss geht es dann um die Perfektionierung der beiden anspruchsvollsten Abschnitte eines Flugs, dem Starten und Landen. Im Rahmen dieses Ausbildungsabschnitts fliegt der Flugschüler immer mit einem Fluglehrer aus unserem Verein auf dem hinteren Sitz des Flugzeugs – bis dieser nach meist etwa 50 bis 80 Flügen sein Einverständnis zur A-Prüfung – den ersten drei Alleinflügen im Doppelsitzer – gibt.

Streckenflug-Training

Damit ist der erste Ausbildungsabschnitt abgeschlossen. Bis zur B-Prüfung, in der drei Alleinflüge mit Ziellandung gefragt sind, steht dann die Perfektionierung des Thermikflugs an: Sauberes Einkreisen und “kurbeln”, wie sich das Kreisen im Segelfliegerjargon nennt, stehen hier neben der Verwendung von Sollfahrtgeber und Wolkenstraßen im Vordergrund.

Ist auch dieser Abschnitt geschafft, so steht wenig später der Umstieg auf den Einsitzer an. Im Verein wird dafür einer unserer beiden “Astire” genutzt, die im Flugverhalten stark dem Schulungs-Doppelsitzer ähnelt. Wird dieser sicher beherrscht und sind einige andere Übungen abgeschlossen, geht es wenig später zur C-Prüfung: Drei Landungen mit einem sogenanntem Slip, der den Luftwiderstand während des Anflugs erhöht.

Es wird (noch) ernster: Praktische Prüfung

Langsam aber sicher geht es dann auf die praktische Prüfung zu, die allerdings noch einige weitere Punkte voraussetzt. Dazu gehört unter anderem ein 50km Überlandflug, der im Einsitzer geflogen wird. Vor diesem muss zudem auch die theoretische Prüfung beim Luftamt Nordbayern (Flughafen Nürnberg, aus Erlangen bequem mit dem Rad zu erreichen) abgelegt worden sein. Auf diese Prüfung bereitet der theoretische Unterricht vor, der im Winter in Kooperation mit anderen Vereinen aus der Umgebung im Erlanger Vereinsheim stattfindet.

Liegt der Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer erst einmal in den eigenen Händen, lassen sich die persönlichen Ziele natürlich auch höher stecken: Neben Kunstfluglehrgängen kann der Schein auch mit einer Berechtigung zum Führen von Motorseglern erweitert werden.

Schnupperkurs

Das Segelfliegen hat mich neugierig gemacht. Ich will mich nicht gleich fest an einen Verein binden, möchte aber gern mal ausprobieren, ob mir dieser Sport zusagt. Geht das?

Für Leute wie Dich bieten wir einen 4-wöchigen Schnupperkurs an. Probier’s doch einfach mal aus und Du wirst sehen, ob das Segelfliegen Dein zukünftiges Hobby sein könnte.

Für den Schnupperkurs musst Du …

  • Keine Verpflichtungen eingehen

  • Kein dauerhaftes Vereinsmitglied werden

  • Keine fliegerärztliche Tauglichkeitsuntersuchung vorweisen

  • Lediglich mindestens etwa 14 Jahre alt sein und

  • die Erlaubnis der Eltern einholen, wenn Du noch minderjährig bist

Wie läuft der Schnupperkurs ab?

Du wirst im doppelsitzigen Schulflugzeug ausgebildet wie jedes neue Vereinsmitglied, das mit dem Segelfliegen beginnt. Das Segelflugzeug kann von beiden Sitzen aus gesteuert werden, Flugschüler und Fluglehrer sitzen dabei hintereinander. Du startest per Flugzeugschlepp oder mit der deutlich günstigeren Seilwinde. Unter Anleitung Deines Fluglehrers wirst Du den Flieger zunehmend selbst steuern und dabei immer mehr Freude und Sicherheit gewinnen.

Während des Kurses führst Du zahlreiche Flüge durch. Grundsätzlich fliegst Du so oft Du willst bzw. wie es das Wetter und die Anzahl der Kursteilnehmer zuläßt. Der Kurs dauert 4 Wochen. Innerhalb diese Zeitraums kannst Du so oft am Flugbetrieb teilnehmen wie Du willst oder Zeit hast. Wir fliegen an den Wochenenden und Feiertagen sowie täglich in den Pfingstferien und in den ersten zwei Wochen der Sommerferien.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kursgebühr beträgt einmalig € 50,00. Diese wird Dir zurückerstattet, wenn Du im Verein bleibst und weiterfliegen möchtest. Dazu kommen die Startgebühren, diese kannst Du unseren aktuellen Konditionen entnehmen.

Fluglehrer

Unsere Fluglehrer kümmern sich an Wochenenden, Feiertagen sowie im Fluglager um die Ausbildung neuer Piloten – erst vom hinteren Sitz, später zunehmend vom Boden aus. Die Ausbildung erfolgt auf ehrenamtlicher Basis.
Unseren beiden Ausbildungsleitern steht ein Team von derzeit zehn erfahrenen Fluglehrer*Innen zur Seite.

Harald Graupner

Ausbildungsleiter Segelflug

Robert Wolfrum

Ausbildungsleiter Motorsegler und Ultraleicht